Abschlussgottesdienst der Allianz-Gebetswoche 2011
erstellt am Sonntag, den 06. Februar 2011 um 00:00 Uhr
Gebetswoche vom 09.-16.01.2011 – ein guter Start ins neue Jahr
Beobachtungen zufolge, erfreut sich in Magdeburg besonders der Abschlussgottesdienst der alljährlichen internationalen Gebetswoche der Evangelischen Allianz wachsender Aufmerksamkeit. Viele Magdeburger Gemeinden lassen ihre Veranstaltungen am Sonntagmorgen nicht einfach nur ausfallen, sondern verlegen sie zugunsten eines gemeinsamen Gottesdienstes in die Johanniskirche. So konnten am 16. Januar etwa 500 Teilnehmer gezählt werden.
Die stets brisanten Fragen um „meine Kirche, deine Kirche“ oder „gehen wir zu dir, bleiben wir bei mir“ stellten sich nicht. Die Johanniskirche als Gebäude der Stadt, wurde gleichsam zu neutralem Boden, auf dem „Einheit“ vorbehaltlos geübt werden konnte. Durch den Gottesdienst leitete der Vorsitzende des Magdeburger Allianzkreises, Pastor Karl P. Schneider. Ein herzlicher Dank gilt der Band der Vatershaus-Gemeinde, die den Gemeindegesang vorzüglich begleitete. Die Einrichtung des Altars lag wieder in den Händen der Trinitatisgemeinde. Wenn es noch nicht aufgefallen sein sollte: Neben den vielen, meist neuen Liedern, die inzwischen im Gottesdienst Einzug gehalten haben, hat auch der Altar seit einem Jahr eine erfrischend zeitgemäße Gestaltung bekommen.
Um das Thema Einheit, „Einheit – damit die Welt glaubt“ ging es auch in der Predigt, die der Leiter des Arbeitskreises Gebet Pfarrer Axel Nehlsen, Berlin hielt.
Anhand von Johannes 17, 20-23 wurden drei wichtige Punkte beleuchtet: Jesus betet, Jesus eint, Jesus rettet.
Bei mancher Müdigkeit und Erwartungsarmut unserer Gebete dürfen wir entspannt zur Kenntnis nehmen, dass Jesus auch betet – vor allem für uns. Jesus öffnet uns damit alle Kanäle, aber aus vielerlei Gründen sind wir oft nicht fähig die bereitgestellten Ressourcen zu empfangen. Irgendwer wird’s schon richten? Wir können uns eben doch nicht nur abwartend zurücklehnen. Jeder Tag, an dem wir unserer Berufung nicht nachkommen, jeder Platz, den wir mit unserer Begabung nicht besetzen, wird zur zusätzlichen Last für die Schwestern und Brüder neben uns. Einheit ist nicht überflüssiger Luxus, sondern unverzichtbare Voraussetzung, dass die Welt, die voller Zwiespalt und Hass ist, aufhorcht. Einheit heißt nicht Gleichheit, denn jeder von uns ist in Charakter, Fähigkeit und Hautfarbe gewollt einzigartig. Einheit bedeutet nicht Vermeidung von Konflikten. Wenn Jesus fest als Mitte definiert ist, sind Unterschiede keine Bedrohung mehr, sondern Bereicherung. Nichts macht die Botschaft des Evangeliums unglaubwürdiger, als Streit unter den Jüngern. Krankt es daran nicht schon oft im kleinen Kreis der eigenen Gemeinden? Unverbindlichkeit und Egoismus machen Gemeinschaft handlungsunfähig. Uneinsichtigkeit und fehlende Vergebungsbereitschaft lassen eine Gemeinschaft zerbrechen. Rettung von Menschen kann nur dort geschehen, wo wir in der zunehmenden Vielfalt der Gesellschaft überzeugende, verlässliche Alternativen vorleben. Veränderung ist dort möglich, wo Gebet und Zeichen der helfenden Liebe zusammen gehen. Da sind gute Ideen gefragt! (Gemeint sind hier nicht temporäre Aktionen auf Kirchentagen, der „Nacht der Kirchen o.ä.) Eine vermeintlich gute Idee allein reicht jedoch nicht aus. Dazu kommen müssen eine gehörige Portion Realismus, engagierte Mitarbeiter, die sich auch für das „hinterher Aufräumen“ nicht zu schade sind und eine längerfristige Perspektive, sonst wird es lediglich ein kurzes, kraftaufwändiges Projekt werden.
Gudrun Willenbockel
Bilder von Thomas Nawrath








